Kennt ihr das Gefühl deplatziert zu sein? So ergib es mir, als ich in der Warteschlange in die Nobeldisco Felix, das zum Hotel Adlon gehört,  stand. Vor und hinten mir schöne junge Frauen mit Glitzer Röcken, die der Phantasie der Männer keine Chance ließen, da alles gezeigt wurde, was gezeigt werden konnte. Absätze, die länger sind als mein längstes Lineal und dann noch die Duft von verschiedenen teuren Parfüms, die sicher allein toll duften, zusammen aber eine scheussliche Duftströmung verursachen. Auch meine Freundin neben mir hat sich her gemacht und machte sich große Sorgen ob ich mit meinen Jeans und Stiefeln mit flachen Absätzen reingelassen werde. Der schöne Abend drohte zu einer Misere zu werden. Also setzte sie ihr Dackelblick auf, das von langen, fett getuschten Wimpern deutlich betont wurden. Ihren Wimpern sei Dank! Wir waren drin! In Felix! Noch nie war ich in so einem Club! An den Bars saßen die langhaarige Schönheiten und die ältere Männern mit Akten unter der Achse warfen verstohlene, abschätzende Blicke auf die junge Frauen. Von ihnen wehte es nur von der Kühnheit. Nur betrunkene italienische Touristen trauten sich an die Frauen ran um dann einen verachtenden Blick von unten nach oben zu bekommen. Die Italiener taten mir aber nicht leid. Schnell vergaßen sie ihre Niederlage auf der Tanzfläche mit einer Flasche Bier in der Hand. Vergeblich warteten die Schönheiten auf einen tapferen Mann, der durch ihre kühle Brise ihnen ein Lächeln entzaubern konnte…

Irgendwann musste ich auf die Toilette. Nase pudern, Jeans zurecht rücken und einfach mich von der Menge erholen. Hätte nie gedacht, dass dort noch voller sein wird. Diese hübsche, unnahbare Dinger standen da vor dem Spiegel, machten Witze und waren so locker und nett, dass ich sie mit einem mal gern hatte. „Hast du Pomada?“ fragte mich eine und ich gab es ihr. Etwa nach einer Minute machte es bei mir Klick. Sie hat Pomada gesagt! Lippenstift! „Bist du Russin“, fragte ich. Sie war es und wir kamen ins Gespräch. Irgendwann waren wir so weit, dass ich es wagte zu fragen, warum sie draußen sich so anders verhalten würden.

Sie guckte mich ungläubig an und meinte, dass es allgemein bekannt ist, dass die Männer keine leichte Beute wollen. Je unnahbarer sie sich geben, desto motivierter ist der Mann. Ich fand, sie musste dringend aufgeklärt werden, dass ihre Strategie daneben liegt. Klar, in Russland ist es genau das Richtige! Die Männern beschenken die Frauen mit Blumen, holen sie von der Arbeit ab, führen in die Restaurants aus, lesen Liebesgedichte vor … Ich wage hier nicht meine Liste fortzusetzen, will ja nicht die armen deutschen Männer überfordern, die sich so an die Emanzipation von Frauen in Deutschland gewöhnt haben, dass sie sich gern selbst auf eine Tasse Kaffee einladen lassen. So – zurück zur Aufklärung. Ich sagte ihr, die deutschen Männern würden sich von solchen Frauen gruseln und sie niemals ansprechen. Stattdessen sollte sie lächeln, offene Körperhaltung haben und sich einfach so benehmen wie hier mit mir auf der Toilette. Egal, dass sie dabei ihre umwehte Hülle voller Geheimnisse verliert und eine Liebespoem verpasst. Willst du ein Man – vor allem Deutschen – lächle! Sie ließ sich nicht drauf ein, also musste man sie überzeugen. Ich versprach ihr, dass ein Mann mich schneller ansprechen wird, obwohl ich nicht gerade auf die erste Seite des Cosmopolitan landen könnte. Was braucht man bei einem deutschen Mann mehr als ein nettes Lächeln und direkten Blick. Schade, dass ich nicht um ein Glas Champagner gewettet habe. Jedenfalls tat ich was Gutes. Wenn sie mein Tipp befolgt, geht …

das Warten zu Ende

Habt ihr vielleicht Tipps wie man einen deutschen Mann erobert? Oder findet ihr, es ist ein totaler Quatsch das Lächeln als Waffe einzusetzen? Schreibt die Kommentare. Ich bin gespannt.

Olja

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