Jeder von uns kennt diese rosa T, das mit dem Schriftzug „deutsche Telekom“ und damit Andeutung auf die altbewährte deutsche Qualität das Vertrauen der potentiellen Kunden gewinnen soll! Telekom wirbt sich als bestes Netz und was stört es den bequemen Kunden ein paar Euros mehr zu zahlen um sich den Ärger mit Internetverbindung zu ersparen?

In Zeiten wie diesen ist die deutsche Qualität auf Automatik eingestellt. Will man die Menschen sprechen, muss man sich durch die Roboter hinarbeiten. So war es …
Lest die traurige Geschichte, die von mir und meinem Freund.

Typic

Mein Freund hat sich ein modernes Router besorgt, der aber schon bald für Ärger sorgte. Zwei Tage ohne Internet – eine Zumutung für den modernen Mann von heute. Statt also die internetfreie Zeit zu genießen, ärgerten wir uns über den doofen doofen Telekom. Irgendwann muss man an das Problem ran. Bloß wie? Wenn man nicht hört, muss man ja eine Mail schreiben. Aber Internet ist ja nicht da. Vorbei kommen? Die Filiale arbeitet leider nicht am Sonntag. Und am Montag arbeiten wir ja. Haben wir Zeit nach der Arbeit, ist die Filiale zu. Hah, war das ein Heidenspaß nach Lösungen zu suchen. Also, traute ich mich und entschloss meinen kläglichen Hörresten den Telefongespräch mit Telekom zuzumuten.

Trrr, Trrr… Irgendeine Stimme fängt etwas an zu sagen. Auf einmal spielt Musik im Telefon, wieder ne Stimme und dann höre ich „klicken Sie bitte die drei, wenn ???“ … den Rest verstehe ich nicht. Nochmal wiederholt die Stimme mir geduldig alles. Ich verstehe nicht, was ich sagen soll um zu unserem Gesprächspartner zu kommen. Verstehe aber, dass ich irgendwas sagen soll. Bloß was? Endlich gibt der Roboter auf. Bin wohl hoffnungsloser Fall. Eine Dame hebt an und ich schildere das Problem mit Internet.
„Warum haben Sie nicht die Störungen gesagt?“ und tutu – aufgelegt ist der Hörer. Argh! Aber, dass die Stimme sowas von unfreundlich war, konnte ich wahrnehmen. Wieder rufe ich an. Dieses Mal leicht erböst. Wieder Roboter, wieder Musik, wieder Roboter, den ich nicht verstehe. Aber etwas Gutes hatte die unfreundliche Frau ja. Sie geriet mir das Code. „Störungen“, sage ich. Aber der Roboter versteht mich nicht. Nochmal die ganze Schleife, mit langsam mir so verhassten Roboterstimme. Nochmal sage ich „Störungen“, dieses mal um Deutlichkeit bemüht. Wieder Schleife. Wieder die Möglichkeit das Code durchzugeben, das ich dieses Mal aus vollem Hals lautschreie. Wieder der Roboter, der es bedauert, dass er mich nicht verstanden habe und zack lande ich bei der unfreundlichen Dame, die mich abwürgt und gleich den Hörer auflegt. Aaaaargh, es gibt Schlimmeres für einen modernen Mann von heute als fehlendes Internet. Eine Furie, die am Telefon steht, irgendwas schreit, tobt und Telekom, Router und ihn selbst beschimpft. Aber so leicht geben wir nicht auf. Wieder rufe ich an! Wieder die ganze Geschichte, die ich ja gern aufschreiben würde, aber es dem Leser nicht zumuten mag. STÖRUNGEN!!!!!! Endlich nimmt ein Mann ab. Bevor er zu Wort kommt, schreie ich von Diskriminierung, drohe den Mord seiner Kollegin an und verspreche die ganze Telebude zu verklagen. Unglaublich wie gefasst der arme Mann reagiert hat. Und wie deutlich er für mich am Telefon sprach (oder war es ein Schreien?) Nachdem ich mich beruhigt hab, erzählte ich ihm wie schwer es war an ihm dran zu kommen und wie schwer wir es mit kaputten Ohren haben und erst dann kamen wir zu Kollegen. Der nette Mann konnte meinen Fall leider nicht bearbeiten und musste mich an die Techniker weiterleiten. Die Techniker waren wohl von ihm vorgewarnt. Wir klärten nach ein paar „Was?“, „wie bitte“ und „nochmal jetzt“, dass die Bauarbeiten in der Straße den Kabel kaputt machten und jetzt viele Kunden betroffen sind. (Ich Depp rufe auch noch für andere an. Wo sind die bloß, die abhängige Konsumenten?) Sie versprachen dann eine SMS zu schicken, wenn das Problem behoben wird oder noch irgendwas zu klären ist. Ich erklärte ganz deutlich, dass wir ein Problem mit Telefonieren haben und nur eine SMS als Kommunikationsmittel in Frage käme.

Ich war den ganzen Tag die Heldin in Augen meines Freundes. Ich verdiente ein paar Küsschen und seine Bewunderung. Noch ganzen tag hatte ich den Ohrwurm „Störungen“ und meckerte ab und an, damit mein Freund mein Heldentum nicht vergiesst. Wieder ein paar quälende Tage ohne Internet. Irgendwann liegen wir kuschelnd im Bett, haben eine gute Laune und siehe da, es kommt Nachricht von Telekom. Wow, haben sie was gelernt! Und ja! Endlich Internet! Mein Freund liest das SMS und kriegt sofort eine sauere Miene. Was stand da? „Bitte rufen Sie zum Klären des Sachverhaltes an“.

Ende der Geschichte, mehr Geschrei kann ich dem Leser nicht zumuten. Aber irgendwann hatte die Geschichte ein Happy End, ich kann nämlich ins Blog schreiben. Auf unsere schriftliche Beschwerde per Brief, per Mail, per Brief, per Mail hat der Telekom bisher nicht reagiert. Vielleicht jetzt?

Olja

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