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Vielleicht ist es gemein, euch jetzt mit dem Thema Urlaub hier im Blog zu unterhalten. Die Sonne im sommerlichen Deutschland scheint woanders Asyl beantragt zu haben und erscheint sporadisch mal hier, wenn sie mal Mitleid mit den Deutschen hat.

Ich hatte ein großes Glück in Zürich ein sonniges Wochenende zu erwischen. Ich gestehe, es war mein 2. Mal in dieser Stadt. Beim ersten Mal hat es nicht gefunkt. Ich wollte ein paar Groschen sparen und fuhr mit dem Bus von Berlin nach unten, was keine gute Idee war. Ich schaffte es gerade mal zum See, setzte mich an der Bank mit Pappbecher brauner Flüssigkeit in der Hand und schlief dennoch ein. Aber es ging dann schon weiter nach Italien.

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Dieses Mal war ein Zürcher vor Ort, der jeden Tag nach der Arbeit in Züricher See sich abkühlt und mir seine Stadt unbedingt schmackhaft machen wollte.
Eins habe ich an dem Wochenende gelernt! Die Züricher sind total entspannt. Allein schon die Busse halten mehr als 5 Minuten an der Haltestelle und sind dennoch pünktlich. In Parks findet der hungrige Tourist elektrische Grilanlagen – kostenlos versteht sich! An der Brücke keine Verbotschilder! Ich fand einen Platz zum Chillen am Drahtschmidlisteg und beobachtete die Jungs, die einander beim Springen übertrumpfen wollten.

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Später gönnte ich mir auch ungeplante Abkühlung am See. Man kann praktisch überall ins See reinstürzen. Alles offen, keine Verbote. Und weil ich möglichst viele Strände am See austesten wollte, war da der geliehene Fahrrad hilfreich. Die Schweizer sind so gütig und verleihen kostenlos die Fahrräder. Es gibt da mehrere Points zum Leihen. Und ich muss sagen, die Fahrräder sind top! Weniger gütig sind die Schweizer beim Preisen für Brötchen und Bier. Fast 8 € für das belegtes Brötchen, das nicht mal so lecker war .. Bier dreifach so teuer, aber enttäuschte mich nicht geschmacklich.

Aber das Geld von Brötchen könnt ihr wieder reinholen und zwar mit diesen Tipps aus folgendem Link: www.Zuerichundbezahlbar.ch

Und Augen offen halten! Auf der Straße liegen sogar silberne Ringe! Hätte gern genommen. Leider zu groß  🙁

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Allein für Zürich reichen euch zwei Tage. Das Städtchen ist relativ überschaubar und erholsam. Viele Cafés (falls ihr bereit seid eure Mäuse dort zu lassen) am See. Ansonsten einen Picknick am See selbst machen – ist sogar noch schöner!

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Empfehlen kann ich aber unbedingt Café Sprüngli. Allein schon der Kuchen! Und richtig leckere Pralinen! (Eine bekam ich geschenkt, weil ich armes Würstchen taub bin).

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Wie leckere Pralinen schienen die Zürcherinnen und Züricher! Ich hatte den Eindruck , ganze Belegschaft der Zeitschrift Gala und Bunte versammelten sich in der Stadt. Dolce und Gabbana- Socken und enthaarte Brust bei Männern. Etagenhohen Schuhe und schokobraune Haut eingerahmt in pinken Bikini von Marke „Teuer-Teuerer-am Teuersten“ bei Frauen. Auch wenn die Stadt toll ist, hat man als Normalos diesen Luxus satt und will dem entfliehen.

Am nächsten Tag geht ihr zum Bahnhof und beschafft Tickets für folgende Route (an dieser Stelle nochmal ein großes Danke schön an den bestimmten Züricher) :

Zürich – Arth Goldhau (mit stinknormalen schweizerischem sauberen Bahn)
Arth-Goldhau – Rigi ( blauer Zahnradbahn)
Rigi – Vietenau (roter Zahnradbahn)
Vietenau – Luzern (Schiff)
Luzern – Zürich

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Allein schon Zahnradbahn ist ein fantastisches Erlebnis! Setzt euch ans Fenster und haltet Abstand zu quatschenden englischen Ladies mit Hörgeräten. Oben angekommen habt ihr ein unglaubliches Panorama aus Gletscher, See, Blumen … ah überwältigende Natur. Ihr könnt da wandern, hölzerne Liege besetzen, Rivella trinken. Ich blieb 2 Stunden oben. Danach fährt ihr mit dem Zahnradbahn an die andere Seite des Berges, wo auf euch der Schiff wartet, der euch nach Luzern bringt. Herrlich -beim frischen Wind die Städte und Menschen an dich vorbeiziehen zu sehen.

Willkommen nun in malerischem Luzern! Ein wunderschönes Städtchen – 5 Stunden maximal und ihr habt alle schöne Ecken gesehen. Der traurige Löwe am Felsen bot mir ein schattiges Plätzchen und eine spannende Kommunikation mit hiesigen Berühmtheit. Der Verwahrlose versuchte mir mit Füßen und Hände zu erklären,warum hier so viel Japaner gibt. Nach 10 Minuten kam die Rettung und ich entfloh unserem kommunikativem Experiment. Aber ich glaube, ich weiß die Antwort. Sicher seinetwegen oder gibt sowas auch in Japan?

Am Abend, als die Sonne dem Horizont nahte, verließ ich Luzern mit seinen Japanern. Euch würde ich raten dort eine Nacht zu bleiben. Weniger Hetze und ihr habt euch entspannt.

Zurück nach Zürich in die Jugendherberge, verfolgte ich mit vielen jungen Menschen die Finale zwischen italienischer und spanischen Fußballer. Da muss man nur schreien und stampfen und schon sind wir dicke Freunde für einen Abend.

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Ich gönne euch das Wochenende in Schweiz! Ich verspreche, ihr kommt ganz erholt aus entspanntem Schweiz zurück! Ich bin es noch – und das drei Wochen danach. Schweizer Energie währt lange 🙂

Olja

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