Es ist herrlich, wenn man die Möglichkeit bekommt in eine neue, unbekannte Welt eintauchen zu dürfen. So durften die 10. Klasse der gehörlosen Schüler aus der Ernst-Adolf-Eschke-Schule und die 12. Klasse der hörenden Schüler aus dem Beethoven-Gymnasium sich begegnen. Was man alles an einem Tag erleben kann berichten die Teilnehmer des Projektes: Jason aus der Ernst-Adolf-Eschke-Schule und Eda aus dem Beethoven-Gymnasium.

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Jason

An diesem Tag, Freitag, der 20.12.2013 haben Schülerinnen und Schüler der Ernst-Afolf-Eschke-Schule für  Gehörlose und des Beethoven-Gymnasiums gemeinsam an einem Fotoprojekt der Abschlussklasse der Ernst-Adolf-Eschke-Schule teilgenommen. Bevor der Projekt losging, konnte der Besuch einen kurzen Rundgang unter Führung eines gehörlosem Schülers, Denis machen. Nach der Führung und der Weihnachtsfeier, gingen wir alle in einen leeren Raum. Dort fand ein Projekt mit Gehörtlosen und Hörenden statt, um zu schauen wie die Kommunikation abläuft. Die Hörenden kamen aus einer Schule „Beethoven-Gymnasium“. Es kamen zehn Schüler mit einer Lehrerin.

Wir bekamen die Aufgabe, die war, dass wir zuerst die Themen für das Fotoshooting mit Hörenden überlegen müssen. Es wurde so aufgeteilt: vier Gehörlosen waren die „Chefs“. Jeder „Chef“ bekam 2-3 hörende Schüler. Es gab somit vier Gruppen. Hörende mussten uns Gehörlosen anpassen, mit der Kommunikation (Gebärden/Schreiben). Aber auch wir haben uns Mühe mit Sprechen und Schreiben gegeben. Wir möchten auch, dass andere hörende Schüler mal Gebärden üben. Die Wörter waren z.B. „Schnee“, „Rentier“, „Teulfel & Engel“, „Party“, „Schule“, „Lehrerin“ und so weiter, die wir fotografisch dargestellt haben. Aber das war nicht alles, sondern wir mussten uns kreativ anziehen (z.B. Köstume). Wir wurden zum Model, hihi. Nicht nur das, sondern auch mussten die Hörende „ein Gebärdensymbol“ schriftlich erklären, z.B. wie man „Schnee“ gebärdet. Nach dem wir das gemacht haben, haben wir uns eine Menge Pizzas bestellt. Aufgegessen, mmhh, voll lecker! Wir haben danach auch die Auswertung gemacht, wie es war. Zum Beispiel nette Sachen gegenseitig auf den Rücken geschrieben.

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Zu Schade, dass die Zeit schnell verging. Es hat uns wirklich sehr gut gefallen! Zum Glück hat die Lehrerin uns ein Buch mit von uns gemachten Fotos gegeben, zum Erinnern, wie und was es war. Darauf standen viele Bildern.  Wir Schülern aus Ernst-Adolf-Eschke-Schule waren sehr froh und aufgeregt, um neue Hörende kennenzulernen. Doch hat es sehr gut geklappt, mit der Kommunikation. Für uns waren sehr wichtig, dass die Hörende auch ein bisschen Vorstellung haben, wie die Gehörlosen die Sprache „gebärden“ und reden. Wir waren wirklich darüber erstaunt, dass die Hörende auch sehr freundlich waren. Wir haben vorhin gedacht, dass die Hörende nicht gerne mit Gehörlosen kommunizieren, denn es ist möglich zu kompliziert. Das stimmt wirklich nicht! Besonders hat uns gefallen, wie die Hörende auch für uns gebärden,. Sie haben versucht uns Gehörlosen zu verstehen und haben eine Vorstellung bekommen wie wir leben. Es war sehr lebhaft, und hat uns viel Spaß gemacht. Wir haben uns wirklich über das Ganze gefreut und hoffen dass es das nächste Wiedersehen mit der hörenden Klasse gibt.

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Eda

Der Tag hat mir eine große Freude bereitet und mich besonders als Mensch wachsen lassen, weil es eine ganz neue Erfahrung war, die uns dieser Tag geboten hat.

Das Bild, das unser Kurs jetzt von Gehörlosen hat, ist dasselbe wie zuvor; dass es keinen Unterschied zwischen uns gibt, bis auf die Art und Weise der Verständigung, die uns sehr beeindruckt hat. Insofern, als dass manch einer in Erwägung gezogen hat, außerschulisch einen Kurs für Gebärdensprache zu belegen. Demnach haben wir im Laufe des Tages nur positive Eindrücke gesammelt. Was uns besonders gefiel, war die lockere, entspannte und familiäre Atmosphäre, der Umgang miteinander -besonders das Lehrer-Schüler-Verhältnis und die nicht vorhandene, typische Hierarchie- sowie das Engagement bei der Weihnachtsfeier. Den Meisten hat der Einblick in die Gebärdensprache verbunden mit dem Lernen mithilfe des Körpers als „Organ der Verständigung“ gefallen. Und die daraus resultierende Zufriedenheit der guten Verständigung. Die einzigen Kritikpunkte sind, dass es zu früh begonnen hat oder sich die Meisten eine frühere Vorbereitung und eine stärkere Vertiefung in die Gebärdensprache gewünscht hätten, um in dieser sicherer werden zu können, wobei ich glaube, dass gerade diese kleine Unsicherheit großen Einfluss auf die humorvolle und lockere Stimmung hatte. Das Projekt hat uns in vielen Bereichen verändert. Während ein Teil Stolz ist, sich in der Gebärdensprache ausdrücken und in eine „neue Welt“ eintauchen zu können, die schöne und bereichernde Erfahrungen offenbart, ist der andere Teil insofern gewachsen, als dass er eine achtungsvolle Haltung gegenüber Menschen mit einem Handicap besitzt, nicht aufzugeben, wenn die Kommunikation zu Beginn noch etwas stockend ist und sehr viel offener für Neues geworden ist. Die Mehrheit war dafür, diesen Tag zu wiederholen oder hat Telefonnummern ausgetauscht, um weiterhin in Kontakt zu bleiben. Was mir am meisten Freude bereitet hat, ist der ausgeglichene Umgang miteinander gewesen und dass wir zu jedem Zeitpunkt des Tages voll und ganz inkludiert waren und dass das auf Gegenseitigkeit beruhte.

Hier sind die Ergebnisse von dem Projekt:

SchülerMusikLehrerEngel und TeufelIMG_4332SpaßSchneeKlasseSchülerverliebtWinter

Vielen Dank für die Bilder, liebe Schülerinnen und Schüler. Ihr habt unseren Blog bereichert!

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